NRW-Hilfe für Berlin: Feuerwehrkräfte aus dem Kreis Steinfurt sichern Stromversorgung in Steglitz-Zehlendorf
Es ist ein Bild, das viele nur aus Erzählungen kennen: Straßenlaternen aus, Schaufenster dunkel, in den Fenstern nur noch Handylampen. Und dann diese Frage, die sich sofort in den Kopf schiebt: Wie lange dauert das?
Genau diese Unsicherheit prägte den großflächigen Stromausfall im Südwesten Berlins Anfang Januar. Betroffen waren nach Angaben aus Berlin und dem Einsatzumfeld zeitweise rund 45.000 Haushalte sowie mehr als 2.200 Gewerbekunden – vor allem in und um Steglitz-Zehlendorf.
In der Nacht auf Dienstag gab es für viele Menschen im Bezirk einen Moment der Erleichterung: Die Versorgung wurde an einem wichtigen Punkt stabilisiert – unter anderem durch Hilfe aus dem Kreis Steinfurt. Feuerwehrkräfte aus Mettingen/Recke und Ochtrup rückten mit zwei mobilen Energiemodulen aus NRW an, bauten in enger Abstimmung mit den örtlichen Stellen leistungsstarke Netzersatzanlagen auf – und speisten Strom in eine Trafostation ein.
Inhaltsverzeichnis
Was in Berlin passiert ist
Nach Angaben aus dem Einsatzumfeld kam es am 3. Januar 2026 im Südwesten Berlins zu einem großflächigen Stromausfall. Als Ursache wird ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal genannt, bei dem mehrere Hochspannungskabel beschädigt wurden. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
Wie groß die Auswirkungen waren, zeigen die Zahlen: Zeitweise waren Zehntausende Haushalte sowie zahlreiche Unternehmen betroffen. In Medienberichten ist zudem von einem mutmaßlichen Brandanschlag die Rede; Ermittlungs- und Bewertungslage können sich in solchen Situationen dynamisch entwickeln. :contentReference[oaicite:3]{index=3}
Für die Einsatzpraxis zählt in solchen Momenten vor allem eines: Stabilisierung. Trafostationen müssen gesichert, kritische Infrastruktur gestützt und Notstromlösungen so aufgebaut werden, dass sie zuverlässig laufen – auch über Stunden und Tage.
Hilfe aus dem Kreis Steinfurt: 13 Einsatzkräfte rücken aus
Am Montagabend, 5. Januar, machten sich 13 Feuerwehrkräfte aus Mettingen/Recke und Ochtrup auf den Weg nach Berlin. Sie sind Teil der vom Land Nordrhein-Westfalen zugesagten Unterstützung. :contentReference[oaicite:4]{index=4}
Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier verabschiedete den ersten Teil der Mannschaft an der Raststätte Brockbachtal an der A30. Kurz darauf kam die Rückmeldung aus der Hauptstadt: Anreise und Einweisung seien gut gelaufen.

Energiemodul NRW: Technik für den Ernstfall
Dass Hilfe aus dem Kreis Steinfurt in Berlin so schnell wirksam werden konnte, hat einen konkreten Grund: In Mettingen und Ochtrup sind Energiemodule des Landes NRW dauerhaft stationiert. Diese Einheiten sind für Krisen- und Notlagen ausgelegt – nicht als „nice to have“, sondern als Werkzeugkasten für den Tag, an dem Versorgung plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist.
Was ist drin?
Die Module enthalten jeweils ein Notstromaggregat mit 250 kVA sowie umfangreiches Zubehör – von Verteiltechnik bis Beleuchtung.
Auch die Feuerwehr Ochtrup beschreibt in einem Hintergrundbeitrag das Equipment und die Einbindung in das NRW-Konzept rund um mobile Netzersatzanlagen.
Kurzüberblick (vereinfacht):
| Bestandteil | Zweck im Einsatz | Beispiel aus der Praxis |
|---|---|---|
| Notstromaggregat (250 kVA) | Erzeugt elektrische Leistung für Einspeisung/Versorgung | Versorgung einer Trafostation, Notstrom für Infrastruktur |
| Stromverteiler & Kabel | Verteilung der Energie am Einsatzort | Sichere Leitungsführung, Anschluss an Einspeisepunkte |
| Beleuchtung | Arbeiten bei Dunkelheit, Sicherheit am Einsatzort | Ausleuchten von Arbeitsstellen, Verkehrswegen |
| Heizlüfter | Wärme in provisorischen Bereichen | Unterstützung bei Kälte, z. B. in Arbeits-/Aufenthaltsbereichen |
Wofür reicht ein 250-kVA-Aggregat?
Ein 250-kVA-Aggregat ist eine schwere Leistungsklasse im Katastrophenschutz. Entscheidend ist nicht nur „viel Strom“, sondern stabiler Strom: belastbar, sauber verteilt und sicher eingebunden. In Berlin wurde damit eine Trafostation gespeist – ein Knotenpunkt, der für die Versorgung vieler Abnehmer relevant ist.
Ankunft in Steglitz-Zehlendorf: Aufbau in der Nacht
Gegen 23 Uhr kamen die Einsatzkräfte im Bezirk Steglitz-Zehlendorf an. Den genauen Einsatzort erhielten sie nach Angaben des Kreises Steinfurt unterwegs – ein typisches Vorgehen bei Lagen, die sich fortlaufend entwickeln.
Vor Ort ging es nicht um Improvisation „aus dem Bauch“, sondern um Abstimmung und saubere Übergaben: In der Nacht erfolgte die Koordination mit den Stadtwerken Berlin sowie der gemeinsame Aufbau der Aggregate. Ab 0.45 Uhr konnte in eine Trafostation eingespeist werden.
Ein Satz, der hängen bleibt, stammt aus einer Rückmeldung aus dem Team an den Kreisbrandmeister:
„Dann ging das Licht wieder an – ein schönes Erlebnis für uns und die Anwohner!“
Solche Momente wirken fast banal – bis man selbst einmal erlebt hat, wie schnell Normalität kippen kann. Licht ist dann nicht nur Helligkeit. Es ist Orientierung, Wärme, Kommunikation, Alltag.
Koordination durch das Institut der Feuerwehr NRW
Einsätze über Landesgrenzen hinweg funktionieren nur, wenn Zuständigkeiten klar sind. Der Einsatz der nordrhein-westfälischen Kräfte wurde nach Angaben aus dem Kreis Steinfurt zentral durch das Institut der Feuerwehr NRW (IdF NRW) in Münster koordiniert.
Diese zentrale Koordination sorgt dafür, dass Technik dort ankommt, wo sie gebraucht wird, und dass Personal, Material und Logistik ineinandergreifen – gerade bei Notstrom- und Netzeinsätzen, in denen Sicherheit und Fachabläufe entscheidend sind.
Vier Tage Einsatz: Arbeiten fern der Heimat
Die Teams aus Mettingen/Recke und Ochtrup sind nach Angaben des Kreises Steinfurt für zunächst vier Tage vor Ort. Untergebracht sind sie in einer Kaserne.
Was bedeutet das im Alltag? Lange Schichten, wenig Schlaf, hohe Verantwortung. Und immer wieder die Frage: Hält die Lösung auch, wenn die Nacht kalt wird, wenn Lasten schwanken, wenn Ersatzteile gebraucht werden? Genau dafür sind diese Einheiten gebaut – und genau dafür trainieren die Kräfte regelmäßig.
Warum mobile Notstromversorgung immer wichtiger wird
Strom ist heute die stillste, aber wichtigste Infrastruktur. Wenn er fehlt, fallen nicht nur Lampen aus. Dann stehen auch viele digitale und technische Systeme still: Kommunikation, Logistik, Versorgungsketten.
Der Berliner Einsatz zeigt zudem, wie eng Behörden und Organisationen verzahnt arbeiten müssen: Feuerwehr, Netzbetreiber, Verwaltung, weitere Hilfsorganisationen. In Medienberichten ist im Zusammenhang mit dem Berliner Stromausfall außerdem von zahlreichen eingesetzten Notstromaggregaten die Rede, um Pflegeeinrichtungen und weitere sensible Bereiche zu stützen.
Für die Region ist das ein realistischer Blick in die Praxis: Vorsorge ist nicht abstrakt. Sie besteht aus Gerät, Ausbildung, Alarmierung – und der Fähigkeit, im Ernstfall schnell zu handeln.
Was der Einsatz für Hörstel und die Region bedeutet
Auch wenn Mettingen, Recke und Ochtrup nicht direkt zu Hörstel gehören: Für Leserinnen und Leser in Hörstel ist dieser Einsatz trotzdem nah. Er zeigt, wie leistungsfähig die Strukturen im Münsterland sind – und wie schnell regionale Kräfte überregional Verantwortung übernehmen.
Wer sich für das Thema Krisenvorsorge und lokale Resilienz interessiert, findet auf Hörstel-Aktuell bereits Hintergründe zu Leuchttürmen/Anlaufstellen und Notfunk in Hörstel.
Fazit
Der Stromausfall in Berlin hat gezeigt, wie schnell eine Millionenstadt verletzlich wird – und wie wichtig eingespielte Hilfe über Ländergrenzen hinweg ist. Dass Feuerwehrkräfte aus dem Kreis Steinfurt in Steglitz-Zehlendorf binnen weniger Stunden mit zwei Energiemodulen (250 kVA) wirksam werden konnten, ist ein starkes Beispiel für moderne Krisenhilfe.
Und es ist auch eine Erinnerung an uns hier im Münsterland: Technik allein reicht nicht. Es sind die Menschen, die nachts aufbrechen, aufbauen, sichern – bis „das Licht wieder an“ geht.
FAQ
1) Wer ist aus dem Kreis Steinfurt in Berlin im Einsatz?
Nach Angaben des Kreises Steinfurt sind 13 Einsatzkräfte aus Mettingen/Recke und Ochtrup nach Berlin entsandt worden.
2) Wo genau unterstützen die Kräfte in Berlin?
Die Kräfte sind im Bezirk Steglitz-Zehlendorf eingesetzt.
3) Welche Technik bringen sie mit?
Zwei mobile Energiemodule mit jeweils einem Notstromaggregat (250 kVA) sowie Verteiltechnik, Kabel, Beleuchtung, Heizlüfter und weiteres Zubehör.
4) Was wurde konkret erreicht?
Nach der Abstimmung mit den Stadtwerken Berlin wurde eine Trafostation aufgebaut und ab 0.45 Uhr eingespeist.
5) Wie lange sind die Kräfte vor Ort?
Geplant sind nach Angaben des Kreises Steinfurt zunächst vier Tage.
6) Wer koordiniert den NRW-Einsatz?
Der Einsatz wird zentral durch das Institut der Feuerwehr NRW (IdF NRW) in Münster koordiniert.
7) Warum stehen solche Energiemodule in Mettingen und Ochtrup?
Das Land NRW hat die Energiemodule beschafft und dauerhaft dort stationiert, um sie bei Krisen- und Notlagen schnell verfügbar zu haben.
8) Wo gibt es Details zum Energiemodul NRW?
Die Feuerwehr Ochtrup veröffentlicht Hintergrundinformationen zur Netzersatzanlage und zum Equipment.
Quellen
- Kreis Steinfurt (Pressemitteilung): „NRW-Hilfe für Berlin – Unterstützung aus dem Kreis Steinfurt im Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Einsatz“
- Stadt Ochtrup (Presse/News): „Einsatz der Ochtruper Feuerwehr in Berlin“
- Feuerwehr Ochtrup: „Einsatz für das Energie Modul NRW in Berlin“
- Feuerwehr Ochtrup: „Netzersatzanlage erhält ihr Equipment…“
- Medienberichte zum Stromausfall in Berlin (WELT, Stand: 06.01.2026)



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