Stromausfall in Berlin 2026 – Risiko auch für Hörstel? Wie wir uns jetzt vorbereiten können
Ein Hintergrundartikel von Hörstel-Aktuell
„Plötzlich war es dunkel, still und kalt.“
So beschrieben viele Berlinerinnen und Berliner den Moment, als Anfang Januar 2026 im Südwesten der Hauptstadt der Strom ausfiel – mitten im Winter. Zehntausende Haushalte saßen ohne Licht, Heizung und teils ohne Kommunikation da. Ein Ereignis, das Fragen aufwirft, auch hier bei uns: Kann so etwas auch in Hörstel passieren? Und wie gut sind wir darauf vorbereitet?
Dieser Artikel ordnet den Stromausfall in Berlin faktenbasiert ein, erklärt die Risiken für unsere Region und zeigt, wie sich Bürgerinnen und Bürger in Hörstel sinnvoll vorbereiten können – ohne Panik, aber mit Augenmaß.
Inhaltsverzeichnis
Was ist in Berlin passiert?
Am 3. Januar 2026 kam es im Südwesten Berlins zu einem großflächigen Stromausfall. Betroffen waren nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin rund 45.000 Haushalte sowie etwa 2.200 Gewerbebetriebe in Stadtteilen wie Zehlendorf, Wannsee, Nikolassee und Lichterfelde.
Ursache: Brand an einer Kabelbrücke
Auslöser war ein Brand an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal, bei dem mehrere Hoch- und Mittelspannungskabel beschädigt wurden. Diese Leitungen sind zentrale Verbindungen für die Stromversorgung des betroffenen Gebiets. Polizei und Staatsschutz ermitteln wegen Verdachts auf Brandstiftung. Ein Bekennerschreiben wurde gefunden, dessen Echtheit jedoch zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abschließend verifiziert war.
Folgen für den Alltag
Die Auswirkungen waren erheblich:
- Wohnungen blieben ohne Licht und Heizung, teilweise über mehrere Tage.
- Mobilfunk und Internet funktionierten nur eingeschränkt, da Sendeanlagen nicht überall ausreichend Notstrom hatten.
- Öffentlicher Verkehr war zeitweise betroffen.
- Die Stadt richtete Notunterkünfte ein, in denen sich Menschen aufwärmen und Geräte laden konnten.
Der Netzbetreiber rechnete damit, dass die vollständige Wiederherstellung der Versorgung mehrere Tage in Anspruch nimmt – eine außergewöhnlich lange Dauer für deutsche Verhältnisse.
Warum kann ein Stromnetz ausfallen?
Strom ist keine Ware, die einfach gelagert werden kann. Er muss in jeder Sekunde genau dann erzeugt werden, wenn er gebraucht wird. Das macht Stromnetze komplex und störanfällig.
Häufige Ursachen für Stromausfälle
Zu den typischen Auslösern zählen:
- Technische Defekte an Leitungen, Transformatoren oder Schaltanlagen
- Wetterereignisse wie Sturm, Eisregen oder starker Schneefall
- Bauarbeiten, bei denen versehentlich Kabel beschädigt werden
- Kriminelle Eingriffe, etwa Sabotage oder Brandstiftung
In Berlin kam eine besonders ungünstige Kombination zusammen: Ein gezielter Brand traf mehrere zentrale Leitungen gleichzeitig.
Sicherheitsmechanismen im Netz
Deutschland arbeitet mit hohen technischen Standards. Eine zentrale Rolle spielt die sogenannte n-1-Regel:
Das Stromnetz muss auch dann stabil bleiben, wenn ein wichtiges Bauteil ausfällt. Erst wenn mehrere Elemente gleichzeitig betroffen sind, kann es zu größeren Ausfällen kommen – wie im Berliner Fall.
Kann so etwas auch in Hörstel passieren?
Die ehrliche Antwort lautet: Ja – aber in sehr unterschiedlicher Form.
Lokale Stromausfälle sind realistisch
Auch in Hörstel kommt es immer wieder zu kurzzeitigen Stromausfällen, etwa durch:
- Stürme oder umgestürzte Bäume
- Verkehrsunfälle an Strommasten
- Technische Störungen im Ortsnetz
Solche Unterbrechungen dauern in der Regel nur Minuten oder wenige Stunden.
Großflächiger Blackout: sehr selten
Ein mehrtägiger, großräumiger Stromausfall wie in Berlin gilt in Deutschland als sehr unwahrscheinlich. Laut Angaben der Bundesregierung liegt die durchschnittliche Stromunterbrechung pro Haushalt bei unter 15 Minuten im Jahr – ein internationaler Spitzenwert.
Das Berliner Ereignis zeigt jedoch: Unwahrscheinlich heißt nicht unmöglich, vor allem bei gezielten Angriffen auf kritische Infrastruktur.
Wie gut ist Deutschland auf Stromausfälle vorbereitet?
Technische Vorsorge
- Stromnetze werden regelmäßig gewartet und überwacht.
- Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Wasserwerke verfügen über Notstromaggregate.
- Netzbetreiber und Behörden haben Krisen- und Wiederanlaufpläne.
Herausforderungen bleiben
Trotzdem gibt es Schwachstellen:
- Zunehmende Extremwetterlagen durch den Klimawandel
- Abhängigkeit digitaler Systeme von Strom und Mobilfunk
- Sabotage- und Cyberrisiken, die schwer vorhersehbar sind
Deshalb betonen Behörden zunehmend auch die Eigenvorsorge der Bevölkerung.
Empfehlung des Bevölkerungsschutzes
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, Haushalte sollten in der Lage sein, mindestens 72 Stunden ohne externe Versorgung auszukommen – mit Wasser, Lebensmitteln und grundlegender Notfallausrüstung.
Konkrete Vorsorge: Was jeder Haushalt tun kann
Vorbereitung muss nicht kompliziert sein. Schon einfache Maßnahmen helfen im Ernstfall erheblich.
Grundausstattung für den Stromausfall
| Gegenstand | Zweck |
|---|---|
| Taschenlampen & Batterien | Licht ohne Strom |
| Powerbanks | Handy und wichtige Geräte laden |
| Batteriebetriebenes Radio | Informationen empfangen |
| Trinkwasser | Mind. 2 Liter pro Person und Tag |
| Haltbare Lebensmittel | Versorgung für mehrere Tage |
Kommunikation sichern
- Warn-Apps wie NINA oder KATWARN installieren
- Wichtige Telefonnummern ausdrucken
- Absprachen mit Familie und Nachbarn treffen
Sicherheit im Haushalt
- Kerzen nur mit Vorsicht verwenden (Brandgefahr)
- Notstromaggregate niemals in Innenräumen betreiben (Kohlenmonoxid-Gefahr)
- Medikamente und medizinische Geräte frühzeitig planen, wenn sie stromabhängig sind
Was bedeutet das speziell für Hörstel?
Für Hörstel heißt das: Die Stadt hat bereits konkrete Konzepte und Orte vorgesehen, die im Krisenfall als Anlaufstellen dienen.
Im Rahmen des Katastrophenschutzes im Kreis Steinfurt wurden sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürmeeingeführt – Gebäude mit eigener Notstrom- und Kommunikations-Ausstattung, die bei Stromausfällen oder anderen Krisen als Orientierungspunkte und Hilfe-Anlaufstellen dienen. Diese Leuchttürme sind Teil eines kommunalen Systems, das auch im Münsterland Informationen und Notdienste für die Bevölkerung sicherstellen soll.
In Hörstel sind derzeit folgende Leuchtturm-Standorte vorgesehen oder aktiv:
- Feuerwehrgerätehaus Hörstel: Katastrophenschutz-Leuchtturm mit BOS-Funk und Notstromversorgung
- Feuerwehr Gerätehaus Riesenbeck: Leuchtturm-Standort mit gleicher Ausstattung
- Feuerwehr Gerätehaus Dreierwalde: Leuchtturm mit BOS-Funk und Notstrom
- Feuerwehr Gerätehaus Bevergern: Leuchtturm-Funktion inklusive Notstrom
- Rathaus Hörstel: Verwaltungs-Leuchtturm mit Notstromversorgung
- Geplante zentrale Leuchtturm-Anlaufstelle: Gesamtschule Hörstel – befindet sich derzeit in Vorbereitung und soll zukünftig eine koordinierende Rolle übernehmen.
Diese Standorte sind bewusst dort gewählt worden, wo sie technisch sinnvoll ausgerüstet und gut erreichbar sind. Im Ernstfall können Bürgerinnen und Bürger dort Informationen zur aktuellen Lage erhalten, Notrufe absetzen oder zumindest mit Behörden in Verbindung treten – auch wenn Strom, Internet oder Mobilfunk stark eingeschränkt sind.
Zusätzlich setzt der Kreis Steinfurt neben den Leuchttürmen auf ein mehrschichtiges Kommunikationsnetz:
- BOS-Digitalfunk
- Richtfunkverbindungen
- Satellitentelefonie zur Verbindung zwischen Stadt, Kreis und landesweiten Stellen
Diese Maßnahmen gelten als solide Basis für Krisenkommunikation, selbst wenn ein großflächiger Stromausfall eintreten sollte.
Bürger-Notfunk, Leuchttürme und Krisenkommunikation im Kreis Steinfurt
Hörstel-Aktuell
Fazit
Der Stromausfall in Berlin 2026 war kein gewöhnlicher Zwischenfall, sondern ein außergewöhnliches Ereignis, ausgelöst durch einen gezielten Brand an zentraler Infrastruktur. Er zeigt: Auch moderne, stabile Stromnetze sind nicht unverwundbar.
Für Hörstel gilt dennoch: Großflächige, langanhaltende Stromausfälle sind sehr unwahrscheinlich.
Gleichzeitig ist Vorsorge sinnvoll – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung.
Wer vorbereitet ist, bleibt handlungsfähig, ruhig und kann im Ernstfall auch anderen helfen.
FAQ – Häufige Fragen zum Stromausfall
Kann der Strom auch bei uns mehrere Tage ausfallen?
Das ist sehr unwahrscheinlich, aber bei außergewöhnlichen Ereignissen nicht völlig ausgeschlossen.
Wie lange dauert ein normaler Stromausfall?
In der Regel nur Minuten oder wenige Stunden.
Was ist das Wichtigste für den Notfall?
Licht, Wasser, Informationen und ein geladener Kommunikationsweg.
Sollte jeder ein Notstromaggregat haben?
Nein. Für die meisten Haushalte reichen einfache Vorsorgemaßnahmen.
Wo bekomme ich im Ernstfall Hilfe?
Bei Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten sowie – je nach Lage – bei kommunalen Anlaufstellen.



Kommentar abschicken